„Industrie 4.0, Internet der Dinge oder die Cloud – diese Begriffe sind heute in aller Munde. Doch die Lösungen wurden vor allem für Landanwendungen entwickelt und lassen sich an Bord nur schwer umsetzen“, erklärte Michael Krahe vom Hamburger Ingenieurbüro E-MS e­powered marine solutions auf der Veranstaltung „Ship Operation 4.0“. Das zweitägige Event, organisiert von der Schiffbautechnischen Gesellschaft (STG) mit Unterstützung des Fraunhofer­ Centers für Maritime Logistik und Dienstleistungen CML, ging am 25. Juni 2019 nach einer Vielzahl von Vorträgen und Diskussionen mit über 100 Teilnehmern in Hamburg Harburg zu Ende. Im Fokus: Zukunftstechnologien für eine umfassende Digitalisierung des Schiffsbetriebs.

„Das Sammeln von Daten darf dabei nicht zum Selbstzweck werden“, so Krahe weiter. „Big Data kann auch heißen, in Daten zu ertrinken, wenn man nicht mit den richtigen Methoden an die Analyse herangeht, um daraus wertvolle technische oder wirtschaftliche Aussagen abzuleiten.“ Krahe stellte dazu die IT-Anwendung Remote Diagnostics, kurz E-RD, vor. Dieses Kontroll­, Diagnose­ und Prognosesystem ermöglicht Reedereien die Optimierung des gesamten Schiffsbetriebs unkompliziert und kostengünstig von Land aus. „Ob unter dem Aspekt der Navigation oder des Schiffsmaschinenbaus: In beiden Fällen beziehen sich viele Digitalisierungsansätze zunächst auf das Transparentmachen von Sachverhalten, um dann eine Optimierung anzustoßen“, erklärte Norman Südekum von der Wago Kontakttechnik mit Sitz in Minden. „Und hier kommt dann der Mensch mit seinen Ängsten und Bedürfnissen ins Spiel.“ Und den gelte es, so Südekum, „mitzunehmen, um ihn nicht nur bei der Entscheidungsfndung zu unterstützen, sondern idealerweise auch von der Arbeit zu entlasten.“ Gleichzeitig dürfe jedoch nicht das Gefühl erzeugt werden, den Menschen mit seiner Arbeit überflüssig zu machen.

Im Rahmen der Veranstaltung stellten Professor Carlos Jahn und Lutz Kretschmann vom Fraunhofer­ Center das von einer Arbeitsgruppe gemeinsam mit der STG erstellte Whitepaper „Ship Operation 4.0 – Datenbasierte Effizienzsteigerung des Schiffsbetriebs vor. Es kann ab sofort über das Fraunhofer Center oder die STG bezogen werden.

Top: Comparison between a conventional diesel-electric propulsion system and the E-PP. Bottom: The E-PP features a DC bus with a high degree of flexibility on both sides, for the electric power generation as well as for the consumers.
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