Electric & Hybrid Marine World Expo 2015

Elektrische Schiffsantriebe „Electric & Hybrid“ – eine ganz spezielle Ausstellung in Amsterdam

Vom 23. bis 25. Juni 2015 fand in Amsterdam unter dem anspruchsvollen Namen „Electric & Hybrid Marine World Expo“ die zweite Spezialausstellung für elektrische Schiffsantriebe (i.w.S.) statt. Begleitet von einem äußerst umfangreichen Konferenzprogramm wurden in einem überschaubaren Rahmen von gut 150 Ausstellern technische Lösungen zu rein elektrischen und zu hybriden Schiffsantrieben vorgestellt.

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© PR Pressebüro Reuß

Im Gegensatz zu den großen Fachausstellungen, wie der SMM in Hamburg und der Europort in Rotterdam, konzentrieren sich hier Ausstellung und Vortragsprogramm auf einen Schwerpunkt, der bereits heute von größtem Interesse für den internationalen Schiffbau und die Zulieferindustrie ist. Die elektrische Antriebstechnik wird künftig im unteren und im mittleren Leistungsbereich erheblich an Bedeutung gewinnen, völlig unabhängig davon, welche Primärenergie zum Einsatz kommt. Sie wird maßgeblichen Einfluß auf die Wirtschaftlichkeit des Schiffsbetriebs gewinnen, zumal sie beste Voraussetzungen für umweltfreundliche Antriebe bietet, und zu Wettbewerbsvorteilen führt.

Die überlieferte Aussage, daß die elektrischen Schiffsantriebssysteme mit einem schlechten Nutzungsgrad arbeiten, also mit deutlich höheren Verlusten verbunden sind als mechanische Antriebssysteme, und somit nur in Sonderfällen zum Einsatz kommen, kann als „technisch überholt“ bezeichnet werden. Diese Erkenntnis ist nicht neu! Sie hat sich in der maritimen Wirtschaft nur noch nicht hinreichend durchsetzen können. So schwören heute noch namhafte Reedereien der Kreuzfahrtbranche (binnen wie buten) auf konventionelle, mechanische Antriebsanlagen.

Den entscheidenden Einfluß auf eine zunehmende Verwendung elektrischer Antriebe hatte die Entwicklung der Halbleitertechnik der letzten zwei Jahrzehnte. Standen seinerzeit nur Komponenten für wenige Hundert Kilowatt zur Verfügung, so sind heute Einheiten für mehrere Tausend Kilowatt verfügbar. Damit können bei intelligenter Aufteilung der an Bord benötigten elektrischen Energie auf mehrere Bordaggregate wirtschaftliche elektrische Schiffsantriebe hoher Leistung realisiert werden. Sie verbrauchen nicht nur weniger Kraftstoff als vergleichbare mechanische Antriebe, sondern sind auch wesentlich umweltfreundlicher.

Die Schlüssel hierfür sind:

  • Verwendung von Asynchrongeneratoren und folglich Wegfall der Synchronisierung,
  • konsequenter Betrieb der Aggregate mit variabler Drehzahl und Start-Stopp-Funktion,
  • Verwendung von Umrichtern und einem Gleichstromzwischenkreis,
  • individuelle Anpassung von Spannung und Frequenz an die einzelnen Verbraucherkreise bzw. einzelne große Verbraucher wie Haupt- und Hilfsantriebe mit Umrichtern.
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